Robert´s Eigenbau



Derbi Atlantis mit Eigenbau SW

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Dank unseren (lieben) Politikern und den geldgierigen Ölkonzernen die unser gutes Benzin auf sage und schreibe 1,45€ raufschraubten, musste ich mir etwas einfallen lassen um nicht nur für den Sprit zu schaffen.
Da ein 91´er Jetta 2 VR6 nicht unter 13Liter Super zu kriegen ist, außer man schränkt den Fahrspaß drastisch ein oder lässt den Motor gleich aus. Und die 600ter Suzuki GSX-R nur am sonnigem Sonntag gefahren wird.
Nach kurzem überlegen war schnell klar, ein Fünfzigerle sollte den Fuhrpark erweitern. Da der jüngere Bruder 2006 dem Motorradlappen erworben hatte und sein Derbi Atlantis (baugleich Piaggio Diesis) seit dort an Spinnweben ansetzte, gab es Ende 2007 kein langes Zypresse lesen.
Der kleine Luftgekühlter 2Takter mit 3KW Leistung und 45km/h Höchstgeschwindigkeit laut Papiere :-) flickte zum bedauern meines Tankwarts recht zügig das Loch im Geldbeutel, da er sich nur 4Liter Super auf hundert Kilometer genehmigt.

Als Fortbewegungsmittel ist ja so ein Roller eine feine Sache aber wenn man schnell was mitnehmen muss ist so ein Yogurtbecher doch etwas unpraktisch, da sich nur unter unzulässigen Umständen eine Kiste Bier transportieren lässt.

An einem langen Schrauberabend im Juli 2008, der mit Rothaus Tannenzäpfle verschönert wurde, entstand dann eine (Schnaps) Idee:

Ein Seitenwagen muss an den Roller!!

Und da es keine Probleme gibt, sondern nur Lösungen. Es fing mit einem altem Fahrradanhänger den mein Zweiradmechaniker Klaus Mack in der Werkstattecke stehen hatte langsam an. Es wurde erstmal alles unwichtige, wie Deichsel, Fahrradräder und Holzverkleidung demontiert. Dann legten wir das Anhängergestell neben den Roller und überlegten erstmal, wie soll ich den denn da anhängen??

Als Metallbauer Fachrichtung Konstruktionstechnik kurz Schlosser, war das Umbauen sowie die Material Beschaffung kein Problem. Mit einem Vierkantrohr das unter dem Roller geschweißt wurde (oder wie der TÜV sagt: Oh das sehe ich nicht so gern) ging es los.

Und so wurde mit Hilfe von einem recht gutem Buch:

( Motorrad-Gespanne im Eigenbau von Edmund Peikert und Harald Grote, ISBN 3-9802242-2-8)

Stück für Stück ÜBERLEGT, gesägt geflext angepasst und geschweißt.

Das Lastenwagen Rad und die Radaufhängung wurde früher von einem Piaggo Sfera 50 als Vorderrad genutzt und da dieser Roller nach einem Unfall sein Vorderrad nicht mehr benötigte und dies sich als sehr Montagefreundlich erwies, war es schnell verbaut.

Der Kotflügel ist ein Geschenk vom Piaggo Center Ortlied & Schuler in Emmmendingen-Kollmarsreute, der nach ein paar kleinen Änderungen auch seinen Platz fand.

Die Blinker, Positionslicht sowie das Rück- Bremslicht sind dem Hause Hein Gericke.

Und nach ca. 4 Monaten Bauzeit war es endlich vollbracht.

Der Roller hatte einen Seitenwagen!

Doch eine Sorge hatten wir noch. Was sagt eigentlich der Onkel Tüv???
Nach einem kurzem Telefonat mit Herrn Lang vom TÜV Süd in Emmendingen, dass wir ein 50ccm Roller zu einem Gespann umgebaut haben und dies Zulassen wollen sagte dieser: "Ähm ja, gut bringen sie doch mal das Gespann vorbei."

Also rauf auf den Autohänger und ab zum Tüv. Dort wurde das Gespann dann von den hohen Herren bewundert, die dann noch Anschlussstreben Drei und Vier beanstandeten da Zwei Streben nicht ausreichend sind.

Natürlich lies es sich Herr Lang nicht nehmen eine Probefahrt zu machen. Nachdem er mit einem Grinsen im Gesicht wieder abstieg, war mir klar, dass auch diese Hürde so gut wie geschafft war.

Nachem wir die Beanstandungen behoben hatten, gab es die nötigen Papiere.

Technische Daten:

Fzg. Maße
Länge 1810 Breite 1460 Höhe 1115

Kastenmaße
Länge 815 Breite 515 Höhe 230

Leergewicht: 125kg
Roller 86kg
Lastenwagen 39kg
Zul. ges 270kg
Lastenwagen Nutzlast: 50kg

Dank an Klaus Mack für die Hilfe beim Aufbau und an Herrn Lang vom TÜV Süd in Emmendingen für reibungslose Eintragung.

Bei Fragen oder sonstigen Anmerkungen schreibt mir einfach.

JRobert1@gmx.de

 

MFG Judaschewske

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