Hermann´s Schwenker Gespann



Gilera GP800 mit Schwenker SW Mobec Gipsy



Nummer 3 nach fast 25 Jahren

Ja, im April 2009 bin ich schon 25 Jahre mit einem Gespann unterwegs. Und dann 29 Jahre mit Rollern aus dem Hause Piaggio. Als Vespa-Club-Mitglied bleibt man der Marke treu.

Kurz wie alles begann. 1980 wollte ich eigentlich eine 50-ger Kreidler haben. Keine normale. Nein eine vanVen aus Holland. Aber die musste ich mir schnell abschminken. Und dann sah ich einen mit ´ner Vespa rumheizen. Das sah geil aus. Das wollte ich auch. Also bekam ich mit 17 eine Vespa 50 N. Blau metallic. Die war aber nach 5 Monaten ein Totalschaden. Unfall --- vorbei. Dann kam die P80X im Jahr 1981. Fast 50.000 Km in 3 Jahren. Sie wurde 1984 gegen eine PX 200 E eingetauscht. Aber nicht irgendeine. Nein. Eine mit 12, statt 10 PS. Die Fa. Krüger hat sie damals aus Frankreich importiert. Sogar schon mit Getrenntschmierung. Echt klasse. Ging wie die Sau und ich hab dann noch das Typenschild von der PX 80 E draufgehabt. Da die Vespa als Auslandimport aber nur mit Einzelzulassung und Briefkauf usw. zugelassen werden konnte war erst mal ein bisschen Arbeit beim TÜV angesagt. Ich hatte eine Kopie von dem Roller von Hans Krüger seiner Tochter. Die hatte einen Beiwagen eingetragen. Also fragte ich den "guten Mann vom TÜV" ob das bei meiner Vespa nicht auch möglich wäre. Ihr glaubt es nicht. Es war. Die haben mir ungesehen den Beiwagen von der Nicole Krüger mit Rahmennummer und allem eingetragen. Ungesehen und ohne zu Zögern. Also "musste" ich mir im Sommer 1985 den Beiwagen als "Belohnung zur bestandenen Gesellenprüfung" kaufen. Ich fand es das Megazubehör für eine Vespa schlechthin. So 2 -3 Gespanne hatte ich ja schon mal gesehen. Der Beiwagen war dann im Sommer ´85 beim Hans schnell montiert. Zum TÜV musste ich ja nicht mehr. Und wie das Gespann ausgesehen hat. Hellblaumet. der Roller, Weis das große Topcase, und der Beiwagen war ROT. Grässlich. Aber es ging von Aarbergen nach Bayern und wieder zurück in den Kohlenpott. Über 1000 Km bis ich mal wieder zu Hause war. Im Winter 85/86 wurde dann mal ein richtiges Gespann daraus. So wie es als Bild im Forum zu sehen ist. Fahrten nach Italien, Spanien, Griechenland, Holland und Südfrankreich waren in den nächsten 14 Jahren immer dabei. Das waren dann bald 100.000 Km mit der Vespa. Neben dem Gespann gesellten sich dann zwischenzeitlich so einige andere Vespen und mit der Zeit auch die ersten Plastikbomber ( Hexagon 250/ X-9 250)

Im Jahr 2000 las ich dann von einer X-9 die mit 400 ccm auf den Markt kommen sollte. Die wollte ich gleich beim Händler bestellen. Endlich mal was mit viel Hubraum. Doch daraus wurde nix weil Piaggio gleich auf die 500-er gesetzt hat. 2001 sollte sie im Frühjahr auf den Markt kommen. Aber das Fahrwerk war eine Gurke. Sie wurde wieder zurückgerufen. Da hatte ich aber schon mal eine Fotomontage gemacht und mit der Fa. Mobec die ersten Gespräche geführt. Zum Mobec sind es nur 100 Km. Also ganz in der Nähe und die ersten Gespräche waren gut.

Aber es wurde dann doch November bis ich meinem X 9 hatte. Mittags beim Händler die Fa. Riehl, abgeholt und sofort zum Mobec. Jungfräulich mit nur 120 Km wurde sie auseinandergenommen und aus einer silbernen Solo wurde mein zweites Gespann. In der Winterzeit habe ich dann alle Schriftzüge aus Messing ausgesägt und einem Freund zum Verchromen gegeben. Der hat mir auch ein bisschen Gold und Silber besorgt. Ist in Pforzheim nicht so schwer. Daraus wurde dann ein Schlüsselanhänger gefertigt. Materialkosten ca. 50 Euro. Aber das ist ja auch 18 Karat Gold. Mein Gespann sollte ja was besonderes sein. Die erste Tour ging dann gleich mal über´s lange Wochenende in die Dolomiten. Mann-- hat das Ding Leistung.

Na ja, 15 PS-Rennzylinder in der PX und dann 39 PS. Das ist ja doch was Anderes. Aber irgendwie lief nicht alles so wie ich wollte. Die Vario passte Vorne und Hinten nicht richtig. Also --- rumspielen mit Gewichten und Anschlagringen. Malossi Multivar usw. 2 Mal ist mir auf größerer Tour dann der Riemen gerissen. Dann hab ich es nach 15.000 Km aufgegeben und mich mit Vmax 125 Km/h zufrieden gegeben. Immerhin stand der Tacho im Gespannbetrieb ja auch schon mal bei 150 Km/h auf der Autobahn. Da mußte also der Varioriemen dran Schuld sein. Das sch... Ding hält halt nix aus. Der Riemen ist meistens nach 6000 Km gerissen. Obwohl er 12.000 halten soll.

Letzten Winter las ich dann von der GP 800. Ein echter Motor mit Bums und ohne Riemen. Das könnte ja geil sein. Dann hab ich sie mir im Frühjahr gekauft. : --- Wie unvernünftig. Und gleich mit dem Manfred Beck telefoniert. Aber ich will die Maschine auch noch Solo fahren können. Wie geht das.- Nur als Schwenker. Alla gut. Dann will ich einen Schwenker haben. Keinen Ärger mit den Abgasnormen. Keinen Ärger mit anderen Reifen und Fahrwerksumbauten. Anfang August hab ich dann mein X-9-Gespann und die GP zum Mobec gebracht. Den Beiwagen und die GP dagelassen und die X-9 wieder mitgenommen. Letzten Samstag konnte ich dann meinen Schwenker abholen.

 

Naja, eine gewisse Umstellung nach 24 Jahren ist es schon, aber es macht mit jedem Km mehr Spaß. Vor allem die Rechtskurven sind nicht ohne. Vorher hat man ja gemerkt wenn der BW abhebt. Aber jetzt wird der Kippwinkel einfach nicht groß genug. Da hilft dann nur---bremsen. In 2 Wochen will ich mal ein bisschen in die Berge fahren. Dann wird richtig geübt. Col de la Schlucht bei Colmar soll´s sein. Hoffentlich bei Sonnenschein. Dann wird mehr erzählt.

Gruß Hermann

 

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